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<title>Vernehmung</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Vernehmung</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Die <b>Vernehmung</b> (veraltet: <i><a href="Verh%C3%B6rprotokoll" title="Verhörprotokoll">Verhör</a></i>; <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">interrogation</span>) ist unter anderem im <a href="Strafprozessrecht_(Deutschland)" title="Strafprozessrecht (Deutschland)">Strafprozessrecht</a> die von <a href="Strafverfolgungsbeh%C3%B6rde" title="Strafverfolgungsbehörde">Strafverfolgungsbehörden</a> und <a href="Strafgerichtsbarkeit" title="Strafgerichtsbarkeit">Strafgerichten</a> durchgeführte <a href="Befragung" title="Befragung">Befragung</a> von <a href="Beschuldigter" title="Beschuldigter">Beschuldigten</a>, <a href="Zeuge" title="Zeuge">Zeugen</a> oder <a href="Sachverst%C3%A4ndiger" title="Sachverständiger">Sachverständigen</a> zur Aufklärung eines <a href="Tathergang" title="Tathergang">Tatherganges</a> oder im <a href="Zivilprozessrecht_(Deutschland)" title="Zivilprozessrecht (Deutschland)">Zivilprozessrecht</a> die vom <a href="Gericht" title="Gericht">Gericht</a> durchgeführte Befragung von <a href="Kl%C3%A4ger" title="Kläger">Klägern</a>, <a href="Beklagter" title="Beklagter">Beklagten</a>, Zeugen oder Sachverständigen zur Aufklärung des <a href="Sachverhalt" title="Sachverhalt">Sachverhaltes</a>. Vernehmungen finden auch in anderen Verfahrensformen statt.
</p><p>Im militärischen Bereich steht daneben die <a href="Befragung" title="Befragung">Befragung</a> durch militärische <a href="Feldnachrichtenkr%C3%A4fte" class="mw-redirect" title="Feldnachrichtenkräfte">Feldnachrichtenkräfte</a> zur Informationsgewinnung im militärischen <a href="Nachrichtengewinnung_und_Aufkl%C3%A4rung" title="Nachrichtengewinnung und Aufklärung">Nachrichtenwesen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Deutschland">Deutschland</h2></div>
<p>Anders als die <a href="Anh%C3%B6rung" title="Anhörung">Anhörung</a> dient die Vernehmung des Zeugen nicht der Gewährung <a href="Anspruch_auf_rechtliches_Geh%C3%B6r" class="mw-redirect" title="Anspruch auf rechtliches Gehör">rechtlichen Gehörs</a>, sondern der Ermittlung des maßgeblichen Sachverhalts durch Frage und Antwort.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Rahmen der <i>ersten Beschuldigtenvernehmung</i> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__136.html">§ 136</a></span> <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">StPO</a>), deren Vorgaben auch von den Bediensteten der Polizei einzuhalten sind (§ 163a Abs. 4, S. 2 StPO), wird dem Vernommenen jedoch auch rechtliches Gehör gewährt. Der Beschuldigte ist bei seiner eigenen Vernehmung daher sowohl <a href="Rechtssubjekt" title="Rechtssubjekt">Rechtssubjekt</a> (als Anlass der Ermittlungen) als auch <a href="Rechtsobjekt" title="Rechtsobjekt">Rechtsobjekt</a> (als Beweismittel) des Verfahrens, was ein rechtliches Spannungsfeld erzeugt.
</p><p>Vernehmungen sind eine auf <a href="Rechtsvorschrift" class="mw-redirect" title="Rechtsvorschrift">Rechtsvorschriften</a> beruhende Methode der <a href="Beweiserhebung" class="mw-redirect" title="Beweiserhebung">Beweiserhebung</a> und eine nach taktischen Gesichtspunkten geführte <a href="Kommunikation" title="Kommunikation">Kommunikation</a> zur Erlangung möglichst der <a href="Wahrheit" title="Wahrheit">Wahrheit</a> entsprechender <a href="Aussage" title="Aussage">Aussagen</a> (vgl. <a href="Legalit%C3%A4tsprinzip_(Strafrecht)" title="Legalitätsprinzip (Strafrecht)">Legalitätsprinzip</a>). Sehr häufig ist in diesem Zusammenhang eine Befragung eines <a href="Beschuldigter" title="Beschuldigter">Beschuldigten</a>, <a href="Betroffener" title="Betroffener">Betroffenen</a> oder Zeugen durch <a href="Beamter_(Deutschland)" title="Beamter (Deutschland)">Beamte</a> der Strafverfolgungsbehörden in einem <a href="Strafprozess" class="mw-redirect" title="Strafprozess">Strafprozess</a> oder in einem <a href="Ordnungswidrigkeit" title="Ordnungswidrigkeit">Ordnungswidrigkeitsverfahren</a> im Rahmen des <a href="Erster_Angriff" title="Erster Angriff">Ersten Angriffs</a> erforderlich. Die Vernehmung stellt keinen „gewöhnlichen“ juristischen Akt dar, sondern ist als Kommunikationsvorgang eine besondere <a href="Sozialhandlung" class="mw-redirect" title="Sozialhandlung">Sozialhandlung</a>. Daher ist sie nicht allein auf Informationsaustausch ausgerichtet, sondern dient auch der Demonstration von <a href="Macht" title="Macht">Macht</a> und <a href="Einfluss" title="Einfluss">Einfluss</a> seitens der Ermittlungsorgane.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Rechtswissenschaft" title="Rechtswissenschaft">Rechtswissenschaft</a> ist die Vernehmung das Befragen durch eine <a href="Beh%C3%B6rde" title="Behörde">Behörde</a> zu einem Untersuchungs- bzw. Verfahrensgegenstand. Eine gesetzliche <a href="Legaldefinition" title="Legaldefinition">Legaldefinition</a> gibt es nicht. Der <a href="Bundesgerichtshof" title="Bundesgerichtshof">Bundesgerichtshof</a> (BGH) versteht unter einer strafrechtlichen Vernehmung „eine Befragung, die von einem Amtswalter eines Strafverfolgungsorgans in amtlicher Funktion mit dem Ziel der Gewinnung einer Aussage durchgeführt wird“.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieser so genannte „formelle Vernehmungsbegriff“ überwiegt in der Praxis. Eine andere, beschuldigtenfreundlichere Auffassung fasst unter die Vernehmung hingegen jede Befragung, die darauf gerichtet ist, dem Befragten Informationen zu entlocken, so dass nach dieser Auffassung auch nicht öffentlich ermittelnde Beamte der Polizei oder verdeckte Ermittler eine offizielle Vernehmung vornehmen können („funktionaler“ bzw. „materieller Vernehmungsbegriff“). Dadurch sind auch in diesen Fällen die erforderlichen <a href="Belehrung_(Recht)" title="Belehrung (Recht)">Belehrungen</a> vor der Aussage zu erteilen.
</p><p>Die Befragung von <a href="Zeuge" title="Zeuge">Zeugen</a>, <a href="Sachverst%C3%A4ndiger" title="Sachverständiger">Sachverständigen</a> sowie des <a href="Beschuldigter" title="Beschuldigter">Beschuldigten</a> (im Ordnungswidrigkeitenverfahrensrecht: <a href="Betroffener" title="Betroffener">Betroffenen</a>), <a href="Angeschuldigter" title="Angeschuldigter">Angeschuldigten</a> bzw. <a href="Angeklagter" title="Angeklagter">Angeklagten</a> ist eine Art der Beweiserhebung. Vor Gericht können Zeugen oder Sachverständige verpflichtet werden, unter <a href="Eid" title="Eid">Eid</a> auszusagen. <a href="Meineid" title="Meineid">Eidliche</a> und <a href="Falsche_uneidliche_Aussage" title="Falsche uneidliche Aussage">uneidliche Falschaussagen</a> sind in Deutschland strafbewehrt. Eine besondere Situation stellt die gerichtliche Vernehmung eines Verfolgten im Zusammenhang mit einem <a href="Auslieferung_(Recht)" title="Auslieferung (Recht)">Auslieferungsersuchen</a> gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/irg/__28.html">§ 28</a></span> <a href="Gesetz_%C3%BCber_die_internationale_Rechtshilfe_in_Strafsachen" title="Gesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen">Gesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen</a> dar.
</p><p>Hiervon abzugrenzen sind nicht hoheitliche, von Unternehmen geleitete anlassbezogene Sachverhaltsaufklärungen (sog. internal investigations), die durch Befragung von Mitarbeitern (englisch: interviews) durchgeführt werden. Sowohl die Pflicht der Mitarbeiter zur Aussage als auch die Verwertung der hieraus gewonnenen Erkenntnisse in einem späteren Strafverfahren sind umstritten.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arten">Arten</h2></div>
<p>Jede Vernehmung in <a href="Ermittlungsverfahren" title="Ermittlungsverfahren">Ermittlungsverfahren</a> besteht aus den Teilen „Vernehmung zur <a href="Person" title="Person">Person</a>“ und „Vernehmung zur <a href="Sache" title="Sache">Sache</a>“. Letztere ist in vielen Ländern der Welt freiwillig, da Beschuldigten ein <a href="Aussageverweigerungsrecht" title="Aussageverweigerungsrecht">Aussageverweigerungsrecht</a> zusteht und sich nach dem <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">römisch-rechtlichen</a> Grundsatz „Niemand ist verpflichtet, sich selbst anzuklagen“ (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic"><a href="Nemo_tenetur_se_ipsum_accusare" class="mw-redirect" title="Nemo tenetur se ipsum accusare">nemo tenetur se ipsum accusare</a></span>) selbst belasten muss. Bei der Vernehmung zur Person sind in Deutschland die Angaben zur <a href="Identit%C3%A4tsfeststellung_(Recht)" title="Identitätsfeststellung (Recht)">Identität</a> wie Familienname, Geburtsname, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Beruf und Wohnanschrift obligatorisch (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163b.html">§ 163b</a></span> <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">StPO</a>). Ein Verstoß durch falsche Angaben oder die Verweigerung dieser Angaben ist tatbestandsmäßig eine Ordnungswidrigkeit gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__111.html">§ 111</a></span> <a href="Gesetz_%C3%BCber_Ordnungswidrigkeiten" title="Gesetz über Ordnungswidrigkeiten">OWiG</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rechtsfragen">Rechtsfragen</h2></div>
<p>Vernehmungen gibt es in allen förmlichen Verfahren vor Gerichten oder Polizeibehörden. Die häufigsten Anwendungsbereiche sind die polizeiliche und die gerichtliche Vernehmung.
</p><p>Eine Vernehmung kommt im Ermittlungsverfahren durch Polizei und Staatsanwaltschaft oder den Ermittlungsrichter ebenso vor, wie im anschließenden gerichtlichen (Hauptsache-)Verfahren. Auch in Zivilprozessen, Verfahren vor dem Verwaltungsgericht oder
auch einem Anwaltsgericht sind Vernehmungen im Rahmen der Beweisaufnahme vorgesehen.
</p><p>Wesentliche Aussagen oder sämtliche Aussagen werden in der Regel in <a href="Schriftform" title="Schriftform">Schriftform</a> protokollarisch oder aber im <a href="Wortlaut" class="mw-disambig" title="Wortlaut">Wortlaut</a> festgehalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Strafprozess">Strafprozess</h3></div>
<p>In Deutschland gelten für Vernehmungen im Buß- und Strafverfahrensrecht die <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">Strafprozessordnung</a> (StPO), als <a href="Transformationsvorschrift" class="mw-redirect" title="Transformationsvorschrift">Transformationsvorschrift</a> bei Ordnungswidrigkeiten auch das <a href="Gesetz_%C3%BCber_Ordnungswidrigkeiten" title="Gesetz über Ordnungswidrigkeiten">Gesetz über Ordnungswidrigkeiten</a> (OWiG) und als befugnisnormergänzende Vorschrift jeweils auch die <a href="Europ%C3%A4ische_Menschenrechtskonvention" title="Europäische Menschenrechtskonvention">Europäische Menschenrechtskonvention</a>. Die Aussage bei Vernehmungen stellt später im <a href="Gerichtsverfahren" title="Gerichtsverfahren">Gerichtsverfahren</a> einen <a href="Personenbeweis" title="Personenbeweis">Personenbeweis</a> dar und gibt kriminalistische Ermittlungsansätze für die Klärung eines Falles oder anderer ungelöster Fälle.
</p><p>Beruht der <a href="Beweis_(Recht)" title="Beweis (Recht)">Beweis</a> einer <a href="Tatsache" title="Tatsache">Tatsache</a> auf der <a href="Wahrnehmung" title="Wahrnehmung">Wahrnehmung</a> einer Person, so ist diese in der <a href="Hauptverhandlung" title="Hauptverhandlung">Hauptverhandlung</a> zu vernehmen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__250.html">§ 250</a></span> StPO). Dabei darf die Vernehmung nicht durch Verlesung des über eine frühere Vernehmung aufgenommenen Protokolls oder einer Erklärung ersetzt werden. Vor dem Erlass eines <a href="Strafbefehlsverfahren_(Deutschland)" title="Strafbefehlsverfahren (Deutschland)">Strafbefehls</a> bedarf es keiner Anhörung des Angeschuldigten durch das Gericht (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__407.html">§ 407</a></span> Abs. 3 StPO).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Belehrung">Belehrung</h4></div>
<p><a href="Belehrung_(Recht)" title="Belehrung (Recht)">Belehrungen</a> sind im <a href="Ermittlungsverfahren" title="Ermittlungsverfahren">Ermittlungsverfahren</a> und in der gerichtlichen Hauptverhandlung <a href="Von_Amts_wegen" title="Von Amts wegen">von Amts wegen</a> vorzunehmen, bevor die erste Vernehmung durch <a href="Polizei" title="Polizei">Polizei</a> und <a href="Staatsanwaltschaft" title="Staatsanwaltschaft">Staatsanwaltschaft</a> stattfindet (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163a.html">§ 163a</a></span> Abs. 3 StPO). Damit werden die in <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__136.html">§ 136</a></span> StPO vorgesehenen Belehrungen schon bei der ersten Vernehmung im Ermittlungsverfahren notwendig. Die Belehrung muss Hinweise darüber enthalten, dass<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>es dem Beschuldigten freisteht, sich zur Beschuldigung zu äußern oder nicht zur <a href="Sache" title="Sache">Sache</a> auszusagen,</li>
<li>er jederzeit, auch schon vor einer Vernehmung, einen <a href="Strafverteidiger_(Deutschland)" title="Strafverteidiger (Deutschland)">Verteidiger</a> befragen darf,</li>
<li>er zu Entlastung einzelne <a href="Beweiserhebung" class="mw-redirect" title="Beweiserhebung">Beweiserhebungen</a> beantragen kann,</li>
<li>eine Selbstbelastung wegen begangener <a href="Straftat_(Deutschland)" class="mw-redirect" title="Straftat (Deutschland)">Straftaten</a> oder <a href="Ordnungswidrigkeit" title="Ordnungswidrigkeit">Ordnungswidrigkeiten</a> nicht erzwingbar ist und deshalb jede Aussage verweigert werden darf.</li></ul>
<p>Macht ein Beschuldigter von seinem <a href="Schweigen_(Recht)" title="Schweigen (Recht)">Schweigerecht</a> Gebrauch, darf dies nicht bei der Beweiswürdigung gegen ihn <a href="Verwertungsverbot" class="mw-redirect" title="Verwertungsverbot">verwertet</a> werden.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein Teilschweigen ist hingegen nach <a href="Herrschende_Meinung" title="Herrschende Meinung">herrschender Meinung</a> gegen ihn verwertbar.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Erst im Februar 1992 gab der BGH seine bisherige <a href="Rechtsprechung" title="Rechtsprechung">Rechtsprechung</a> auf und führte nunmehr ein <a href="Beweisverbot#Systematik_der_Beweisverwertungsverbote" title="Beweisverbot">Beweisverwertungsverbot</a> ein, wonach vor der Vernehmung eines Beschuldigten die Belehrungspflicht wahrgenommen werden muss, weil ansonsten die <a href="Einlassung" title="Einlassung">Einlassungen</a> des Beschuldigten nicht verwertet werden dürfen.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das hat zur Folge, dass alle vorhandenen Beweise ohne vorherige Belehrung im Verfahren nicht verwendet werden dürfen.
</p><p>Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss der Beschuldigte darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass er sich am Beginn eines Ermittlungsverfahrens, das gegen ihn selbst gerichtet ist, wiederfindet, welches in einer Anklageerhebung enden kann (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__170.html">§ 170</a></span> Abs. 1 StPO).<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unterbleiben die Belehrungen über das Recht auf Aussagefreiheit und Verteidigerkonsultation, so ist die <a href="Aussage" title="Aussage">Aussage</a> unter Umständen für ein Gerichtsverfahren <a href="Beweisverbot" title="Beweisverbot">unverwertbar</a>. Sofern ein <a href="Beweisverwertungsverbot" class="mw-redirect" title="Beweisverwertungsverbot">Beweisverwertungsverbot</a> gegeben ist, muss der anwaltlich vertretene (oder seitens des Gerichts auf die Möglichkeit eines Widerspruchs hingewiesene) <a href="Angeklagter" title="Angeklagter">Angeklagte</a> jedoch der Verwertung in der Hauptverhandlung rechtzeitig widersprechen, da ansonsten gemäß der <a href="Beweisverbot#Sonderproblem_Widerspruchslösung" title="Beweisverbot">Widerspruchslösung des BGH</a> die Verwertung doch möglich ist. Ferner kann ein solcher Beweiserhebungsfehler durch die sog. qualifizierte Belehrung <a href="Heilung_(Rechtshandlung)" class="mw-redirect" title="Heilung (Rechtshandlung)">geheilt</a> werden. Hier muss der Beschuldigte darüber aufgeklärt werden, dass seine bisherigen Aussagen nicht verwertet werden können, eine Belehrung muss erfolgen und der Beschuldigte kann in Kenntnis der Nichtverwertbarkeit eine erneute Aussage machen.
</p><p>Der Vernommene darf über einen <a href="Rechtsbeistand" title="Rechtsbeistand">Rechtsbeistand</a> oder einen <a href="Rechtsanwalt" title="Rechtsanwalt">Verteidiger</a> <a href="Akteneinsicht_(Deutschland)" title="Akteneinsicht (Deutschland)">Akteneinsicht</a> nehmen (§ 147 StPO, für den Verletzten § 406e StPO), wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__169a.html">§ 169a</a></span> StPO). Der Rechtsanwalt oder Rechtsbeistand erhält auf Antrag jedoch bereits im laufenden Verfahren Akteneinsicht, um sich von den Vorwürfen und der Aussicht (Beweislage) ein Bild machen zu können und im Ermittlungs- oder Gerichtsverfahren argumentieren zu können.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Beteiligte_der_Vernehmung">Beteiligte der Vernehmung</h4></div>
<p>Die StPO enthält Vorschriften darüber, <i>wann</i> ein Beschuldigter zu vernehmen ist (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__115.html">§ 115</a></span> Abs. 2 StPO, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163a.html">§ 163a</a></span> Abs. 1 StPO, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__243.html">§ 243</a></span> Abs. 2 und Abs. 5 StPO), durch <i>wen</i> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163.html">§ 163</a></span> Abs. 3 StPO, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163a.html">§ 163a</a></span> Abs. 3 StPO, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__243.html">§ 243</a></span> Abs. 2 und Abs. 5 StPO) und <i>welche Regeln</i> dabei zu beachten sind (vor allem <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__136.html">§ 136</a></span> Abs. 1 StPO).<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Aufgabe der Vernehmung wird durch <a href="Staatsanwaltschaft" title="Staatsanwaltschaft">Staatsanwaltschaft</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163a.html">§ 163a</a></span> Abs. 3 StPO), <a href="Polizei" title="Polizei">Polizei</a> (§ 163a Abs. 4 StPO) sowie <a href="Richter_(Deutschland)" title="Richter (Deutschland)">richterliche Vernehmung</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__136.html">§ 136</a></span> StPO) wahrgenommen. Der Beschuldigte muss einer polizeilichen <a href="Ladung_(Recht)" title="Ladung (Recht)">Vorladung</a> nicht Folge leisten, bei der Staatsanwaltschaft und vor Gericht muss er erscheinen.
</p><p>Außer dem Beschuldigten sind auch Zeugen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__48.html">§ 48</a></span> StPO) und etwaige Sachverständige (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__72.html">§ 72</a></span> StPO) zu vernehmen. Zeugen haben gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__48.html">§ 48</a></span> Abs. 1 StPO die <a href="Pflicht_(Recht)" class="mw-redirect" title="Pflicht (Recht)">Pflicht</a> auszusagen, wenn keine im Gesetz zugelassene Ausnahme (<a href="Zeugnisverweigerungsrecht" title="Zeugnisverweigerungsrecht">Zeugnisverweigerungsrechte</a> gemäß §<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__52.html">§ 52</a></span> ff. StPO, <a href="Auskunftsverweigerungsrecht" title="Auskunftsverweigerungsrecht">Auskunftsverweigerungsrechte</a> nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__55.html">§ 55</a></span> StPO) vorliegt. Die Zeugen sind einzeln und in Abwesenheit der später zu hörenden Zeugen zu vernehmen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__58.html">§ 58</a></span> StPO). Für Sachverständige sind die Vorschriften über Zeugen entsprechend anzuwenden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__72.html">§ 72</a></span> StPO).
</p><p>Bei der Vernehmung sind durch den Vernehmenden die beweiserheblichen Delikts-Tatbestände herauszuarbeiten, die <a href="T%C3%A4terschaft_und_Teilnahme" class="mw-redirect" title="Täterschaft und Teilnahme">Täterschaft und Teilnahme</a> zu erforschen sowie die <a href="Vorbereitungshandlung" class="mw-redirect" title="Vorbereitungshandlung">Vorbereitungs-</a> und <a href="Vollendung_(Strafrecht)" title="Vollendung (Strafrecht)">Vollendungshandlungen</a> zu erschließen. Hierbei kann der Vernommene auf Widersprüche seiner Aussagen hingewiesen, <a href="T%C3%A4terwissen" title="Täterwissen">Täterwissen</a> abgefragt oder Beziehungen zum Opfer erörtert werden. Ferner kann das <a href="Alibi" title="Alibi">Alibi</a> überprüft und hinterfragt werden. Bei Verständnisschwierigkeiten ist ein <a href="Dolmetscher" title="Dolmetscher">Dolmetscher</a> hinzuzuziehen, um ein <a href="Faires_Verfahren" class="mw-redirect" title="Faires Verfahren">faires Verfahren</a> sowie das <a href="Rechtliches_Geh%C3%B6r" title="Rechtliches Gehör">rechtliche Gehör</a> zu gewährleisten. Eine Zeugenvernehmung vor Gericht (zur Person und Sache) und eine Vernehmung eines Angeschuldigten/Betroffenen (nur zur Sache) ist jedoch außer im Falle eines <a href="Aussageverweigerungsrecht" title="Aussageverweigerungsrecht">Aussageverweigerungsrechts</a> oder Vernehmungsunfähigkeit Pflicht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Zeugenvernehmung">Zeugenvernehmung</h4></div>
<p>Zeugenvernehmungen sind ein wichtiger Teil der <a href="Beweisaufnahme" class="mw-disambig" title="Beweisaufnahme">Beweisaufnahme</a> im <a href="Rechtswesen" class="mw-redirect" title="Rechtswesen">Rechtswesen</a> und umfassen die Herbeiführung einer Zeugenaussage, die einer festgelegten <a href="Reihenfolge" title="Reihenfolge">Reihenfolge</a> unterliegt. Die Vernehmung beginnt mit einer Einführung in den <a href="Sachverhalt" title="Sachverhalt">Sachverhalt</a>, gefolgt von einer <a href="Belehrung_(Recht)" title="Belehrung (Recht)">Belehrung des Zeugen</a> über seine <a href="Zeugnisverweigerungsrecht" title="Zeugnisverweigerungsrecht">Zeugnis</a>- und <a href="Auskunftsverweigerungsrecht" title="Auskunftsverweigerungsrecht">Auskunftsverweigerungsrechte</a> sowie gegebenenfalls einer <a href="Vereidigung" title="Vereidigung">Vereidigung</a>. In einer <a class="mw-selflink-fragment" href="#Zeugenvernehmung">richterlichen Vernehmung</a> wird der Zeuge zusätzlich über die Folgen einer wahrheitswidrigen Aussage belehrt. Die Vernehmung selbst besteht aus einer Vernehmung zur <a href="Person" title="Person">Person</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__68.html">§ 68</a></span> StPO) und einer Vernehmung zur <a href="Sache" title="Sache">Sache</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__69.html">§ 69</a></span> StPO).
</p><p>Relevante Informationen für die Vernehmung sind <a href="Kenntnisse" class="mw-redirect" title="Kenntnisse">Kenntnisse</a>, die der <a href="Zeuge" title="Zeuge">Zeuge</a> selbst <a href="Wahrnehmung" title="Wahrnehmung">wahrgenommen</a> hat, während eigene <a href="Beurteilung" title="Beurteilung">Beurteilungen</a> oder <a href="Wertung" title="Wertung">Wertungen</a> unwichtig sind. Bei der <a class="mw-selflink-fragment" href="#Zeugenvernehmung">Zeugenvernehmung</a> sollen Fragen nach entehrenden Tatsachen, nach <a href="Vorstrafe" title="Vorstrafe">Vorstrafen</a> oder Umständen aus dem persönlichen Lebensbereich des Zeugen oder seiner <a href="Angeh%C3%B6riger" title="Angehöriger">Angehörigen</a> nur gestellt werden, wenn sie unerlässlich sind (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__68a.html">§ 68a</a></span> StPO). Auch kann zum Schutz der <a href="Privatsph%C3%A4re" title="Privatsphäre">Privatsphäre</a> des Zeugen die <a href="%C3%96ffentlichkeit" title="Öffentlichkeit">Öffentlichkeit</a> ausgeschlossen werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__171b.html">§ 171b</a></span> <a href="Gerichtsverfassungsgesetz" title="Gerichtsverfassungsgesetz">Gerichtsverfassungsgesetz</a>). Eine <a href="Gegen%C3%BCberstellung" title="Gegenüberstellung">Gegenüberstellung</a> mit anderen Zeugen oder mit dem Beschuldigten im <a href="Vorverfahren" title="Vorverfahren">Vorverfahren</a> ist allerdings zulässig, falls es für das weitere Verfahren geboten erscheint (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__58.html">§ 58</a></span> Abs. 2 StPO). Bestimmten Zeugen steht aus persönlichen oder beruflichen Gründen ein <a href="Zeugnisverweigerungsrecht" title="Zeugnisverweigerungsrecht">Zeugnisverweigerungsrecht</a> oder zumindest ein <a href="Auskunftsverweigerungsrecht" title="Auskunftsverweigerungsrecht">Auskunftsverweigerungsrecht</a> zu bestimmten Fragen zu (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__52.html">§ 52</a></span> StPO, Zeugnisverweigerungsrecht der Angehörigen des Beschuldigten).
</p><p>Grundsätzlich müssen Zeugenvernehmungen einzeln erfolgen, nur in <a href="Ausnahme" title="Ausnahme">Ausnahmefällen</a> ist eine <a href="Gegen%C3%BCberstellung" title="Gegenüberstellung">Gegenüberstellung</a> zulässig, wenn es für das weitere Verfahren geboten erscheint. Um die <a href="Privatsph%C3%A4re" title="Privatsphäre">Privatsphäre</a> des Zeugen zu schützen, kann die <a href="%C3%96ffentlichkeit" title="Öffentlichkeit">Öffentlichkeit</a> ausgeschlossen werden.
</p><p>In einem <a href="Ermittlungsverfahren" title="Ermittlungsverfahren">Ermittlungsverfahren</a> haben Zeugen auf Ladung von <a href="Ermittlungsperson_der_Staatsanwaltschaft" title="Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft">Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft</a> die Pflicht zu erscheinen und zur Sache auszusagen, wenn der Ladung ein Auftrag der <a href="Staatsanwaltschaft" title="Staatsanwaltschaft">Staatsanwaltschaft</a> zugrunde liegt (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163.html">§ 163</a></span> Abs. 3 StPO Aufgaben der Polizei im Ermittlungsverfahren).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zivilprozess">Zivilprozess</h3></div>
<p>Gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__395.html">§ 395</a></span> Abs. 1 <a href="Zivilprozessordnung_(Deutschland)" title="Zivilprozessordnung (Deutschland)">ZPO</a> wird der Zeuge vor der Vernehmung zur Wahrheit ermahnt und darauf hingewiesen, dass er in den vom Gesetz vorgesehenen Fällen unter Umständen seine Aussage zu <a href="Eid" title="Eid">beeidigen</a> habe. Jede Vernehmung eines Zeugen besteht aus den Teilen „Vernehmung zur <a href="Person" title="Person">Person</a>“ (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__395.html">§ 395</a></span> Abs. 2 ZPO) und „Vernehmung zur <a href="Sache" title="Sache">Sache</a>“ (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__396.html">§ 396</a></span> Abs. 1 ZPO). Das Gericht kann auch ohne Antrag einer Partei und ohne Rücksicht auf die <a href="Beweislast" title="Beweislast">Beweislast</a> gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__448.html">§ 448</a></span> ZPO die Vernehmung einer Partei <a href="Von_Amts_wegen" title="Von Amts wegen">von Amts wegen</a> anordnen. Die Vernehmung einer Partei ist durch Beweisbeschluss anzuordnen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__450.html">§ 450</a></span> Abs. 1 ZPO).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ordnungswidrigkeiten">Ordnungswidrigkeiten</h3></div>
<p>Ausreichend ist im Ordnungswidrigkeitenverfahren nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__55.html">§ 55</a></span> Abs. 1 OWiG eine <a href="Anh%C3%B6rung" title="Anhörung">Anhörung</a> des <a href="Betroffener" title="Betroffener">Betroffenen</a>, eine Vernehmung richtet sich nach <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__46.html">§ 46</a></span> Abs. 1 OWiG. Der Betroffene darf vor seiner Vernehmung einen Verteidiger hinzuziehen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__55.html">§ 55</a></span> Abs. 2 OWiG). Die Vernehmung eines Zeugen, Sachverständigen oder Mitbetroffenen darf durch Verlesung von Niederschriften über eine frühere Vernehmung sowie von Urkunden, die eine von ihnen stammende schriftliche Äußerung enthalten, ersetzt werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__77a.html">§ 77a</a></span> Abs. 1 OWiG). Haben die Ermittlungen der Verwaltungsbehörde nicht die Erkenntnis verschafft, dass der Betroffene eine verfolgbare Ordnungswidrigkeit begangen hat, wird das Verfahren eingestellt (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/owig_1968/__46.html">§ 46</a></span> Abs. 1 OWiG).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sonstige_Verfahren">Sonstige Verfahren</h3></div>
<p><a href="Untersuchungsausschuss" title="Untersuchungsausschuss">Untersuchungsausschüsse</a> des <a href="Deutscher_Bundestag" title="Deutscher Bundestag">Deutschen Bundestages</a> und der <a href="Landesparlament" title="Landesparlament">Landtage</a> können jeden Beteiligten oder Zeugen vorladen und vernehmen. Hierbei kann die <a href="%C3%96ffentlichkeit" title="Öffentlichkeit">Öffentlichkeit</a> ausgeschlossen werden. Das <a href="Untersuchungsausschussgesetz" title="Untersuchungsausschussgesetz">Untersuchungsausschussgesetz</a> (PUAG) verweist hier häufig auf die Regelung aus der <a href="Strafprozessordnung_(Deutschland)" title="Strafprozessordnung (Deutschland)">Strafprozessordnung</a>, z. B. <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/puag/__23.html">§ 23</a></span>, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/puag/__24.html">§ 24</a></span> PUAG.
</p><p>Auch im <a href="Verwaltungsrecht" title="Verwaltungsrecht">Verwaltungsrecht</a> gibt es verschiedene Arten von Vernehmungen, z. B. die eidliche Vernehmung eines anderen als eines Beteiligten gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__94.html">§ 94</a></span> <a href="Abgabenordnung" title="Abgabenordnung">Abgabenordnung</a>. Vor Aussetzung der <a href="Wehrpflicht_in_Deutschland" title="Wehrpflicht in Deutschland">Wehrpflicht in Deutschland</a> 2011 spielte die Vernehmungen von Zeugen und Sachverständigen zur Überprüfung der Verfügbarkeit eines anerkannten <a href="Kriegsdienstverweigerer" class="mw-redirect" title="Kriegsdienstverweigerer">Kriegsdienstverweigerers</a> gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/ersdig/__20.html">§ 20</a></span> <a href="Zivildienstgesetz_(Deutschland)" title="Zivildienstgesetz (Deutschland)">Zivildienstgesetz</a> (ZDG) eine Rolle.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vernehmungspraxis">Vernehmungspraxis</h2></div>
<p>Die Praxis der Vernehmung ist ein Teil der <a href="Kriminalistik" title="Kriminalistik">Kriminalistik</a>. Die Vernehmung dient gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__244.html">§ 244</a></span> Abs. 2 StPO zur Erforschung der Wahrheit. Üblicherweise ist die Vernehmung in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil erhält der zu Vernehmende Gelegenheit zusammenhängend zu berichten, danach werden ihm Fragen gestellt. Im letzten Teil werden Vorhalte gemacht und sonst versucht, Widersprüche der Aussage zu Beweismitteln und anderen Aussagen zu klären. In der Vernehmungspraxis geschulte Vernehmungsbeamte stellen im <a href="Vernehmungsraum" title="Vernehmungsraum">Vernehmungsraum</a> <a href="Frage" title="Frage">Fragen</a>, um ihre Wissenslücken schließen zu können und den <a href="Tathergang" title="Tathergang">Tathergang</a> zu ermitteln. Durch eine <a href="Suggestivfrage" title="Suggestivfrage">Suggestivfrage</a> erweckt der Fragesteller den Anschein, dass ein Umstand wie in der Frage unterstellt und nicht anders eingetreten ist. Suggestivfragen sind dann problematisch, wenn der Befragte auf die hierin enthaltene <a href="Suggestion" title="Suggestion">Suggestion</a> eingeht. Seine Antwort hat nur bei der so genannten <i>Überhangantwort</i> Beweiswert, also alles, was über die Vorgabe der Suggestivfrage hinausgeht.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein <a href="Vorhalt_(Recht)" title="Vorhalt (Recht)">Vorhalt</a> ist kein <a href="Beweismittel" title="Beweismittel">Beweismittel</a>, sondern ein bloßer Vernehmungsbehelf, der durch das Verbot, ein ihm zugrunde liegendes <a href="Schriftst%C3%BCck" title="Schriftstück">Schriftstück</a> als Beweismittel zu benutzen, nicht ohne weiteres unzulässig wird.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vernehmungsbeamte können als taktisches Mittel auch <a href="Behauptung" title="Behauptung">Behauptungen</a> aufstellen, um Antworten zu provozieren. Sie beobachten außerdem das Verhalten (<a href="Mimik" title="Mimik">Mimik</a>, <a href="Gestik" title="Gestik">Gestik</a>) der Befragten. Ein <a href="Kreuzverh%C3%B6r" title="Kreuzverhör">Kreuzverhör</a> gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__239.html">§ 239</a></span> StPO ist nur bei der Vernehmung derjenigen Zeugen und Sachverständigen statthaft, die von der Staatsanwaltschaft oder vom Angeklagten hierfür benannt sind und wenn bei der Verhandlung ein Verteidiger mitwirkt.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Kreuzverhör beginnt mit der Befragung des Antragstellers und endet mit der Vernehmung durch die Gegenseite, es schließt die Anwendung des <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__69.html">§ 69</a></span> Abs. 1 StPO aus. Damit ist das Kreuzverhör eher ein <i>Wechselverhör</i> und nicht mit seiner US-amerikanischen Form vergleichbar.
</p><p>Befragungen aller Art im Ordnungswidrigkeiten- und Strafverfahren sind von anderen Beteiligten (Beschuldigte, Zeugen) getrennt durchzuführen, um eine eigenständige und somit unmanipulierte Aussage zu erhalten. Bei widersprüchlichen Aussagen von Beschuldigten kann eine gemeinsame Vernehmung der Personen zur Ermittlung der Wahrheit führen. Vernehmungen sollten zeitnah zur <a href="Tatzeit" title="Tatzeit">Tatzeit</a> erfolgen, damit keine Erinnerungslücken entstehen und das Ergebnis für weitere Ermittlungen zur Verfügung steht.
</p><p>Für Beschuldigte, die der deutschen Sprache nicht mächtig oder hör- oder sprachbehindert sind, ist ein <a href="Gerichtsdolmetscher" title="Gerichtsdolmetscher">Übersetzer</a> oder <a href="Geb%C3%A4rdensprache#Gebärdensprachdolmetscher" title="Gebärdensprache">Gebärdensprachdolmetscher</a> heranzuziehen (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__187.html">§ 187</a></span> GVG, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__163a.html">§ 163a</a></span> Abs. 5 StPO). Für Vernehmungen ist in vielen Polizeidienststellen ein <a href="Vernehmungsraum" title="Vernehmungsraum">Vernehmungsraum</a> eingerichtet, in dem ungestört gearbeitet werden kann. In besonderen Fällen, z. B. beim sexuellen <a href="Missbrauch" title="Missbrauch">Missbrauch</a> von Kindern, werden oft Vernehmungsspielzimmer mit Videoaufzeichnung vorgehalten. Einige Zimmer, vor allem in Nordamerika, sind mit einem <a href="Venezianischer_Spiegel" class="mw-redirect" title="Venezianischer Spiegel">Venezianischen Spiegel</a> versehen, um die Reaktionen des Vernommenen ungestört beobachten zu können.
</p><p>Zum Begriff der Vernehmung im Sinne der StPO gehört, dass der Vernehmende der Auskunftsperson (also dem Beschuldigten, dem Zeugen oder dem Sachverständigen) in amtlicher Funktion gegenübertritt und in dieser Eigenschaft von ihr Auskunft (eine Aussage) verlangt.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Recht auf <a href="Informationelle_Selbstbestimmung" title="Informationelle Selbstbestimmung">informationelle Selbstbestimmung</a> ist durch die <a href="H%C3%B6rfalle" class="mw-redirect" title="Hörfalle">Hörfalle</a> nicht verletzt.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Danach ist eine Selbstbezichtigung des Angeklagten gegenüber einer <a href="Privatperson" title="Privatperson">Privatperson</a>, die von der Polizei zur Aushorchung eingesetzt wird („Horchfalle“), verwertbar, wenn es um Aufklärung einer <a href="Straftat" title="Straftat">Straftat</a> von erheblicher Bedeutung geht.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die typische Verhörssituation ist damit eine <i>Zwangskommunikation</i>. Das bedeutet, dass zwischen Vernehmungsperson und Betroffenen offen zu Tage tritt, dass sich nicht auf „Augenhöhe“ unterhalten wird. Die aktive Gesprächsführung liegt stattdessen überwiegend beim Vernehmenden.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verbotene_Vernehmungsmethoden">Verbotene Vernehmungsmethoden</h3></div>
<p>Die Freiheit der Willensentschließung und Selbstbestimmung eines Beschuldigten oder Zeugen darf nicht durch verbotene Vernehmungsmethoden wie <a href="Drohung" title="Drohung">Drohungen</a>, <a href="Folter" title="Folter">Folter</a>, <a href="%C3%9Cberm%C3%BCdung" class="mw-redirect" title="Übermüdung">Ermüdung</a>, körperlichen Eingriff, Verabreichung von bewusstseinstrübenden Mitteln, <a href="T%C3%A4uschung" title="Täuschung">Täuschung</a> oder <a href="Hypnose" title="Hypnose">Hypnose</a> beeinträchtigt werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__136a.html">§ 136a</a></span>, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__69.html">§ 69</a></span> Abs. 3 StPO). Erlaubt ist jedenfalls das wiederholte Aufsuchen in der <a href="Wohnung" title="Wohnung">Wohnung</a> oder am <a href="Arbeitsplatz" title="Arbeitsplatz">Arbeitsplatz</a>, die Mitnahme zu einer <a href="Dienststelle" title="Dienststelle">Dienststelle</a> oder wiederholte <a href="Telefongespr%C3%A4ch" title="Telefongespräch">Telefongespräche</a>.
</p><p>Die Drohung mit einer unzulässigen Maßnahme und das Versprechen eines gesetzlich nicht vorgesehenen Vorteils sind ausdrücklich verboten; nicht gestattet sind auch <a href="Ma%C3%9Fnahme_(Recht)" title="Maßnahme (Recht)">Maßnahmen</a>, die absehbar das <a href="Erinnerungsverm%C3%B6gen" title="Erinnerungsvermögen">Erinnerungsvermögen</a> oder die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten beeinträchtigen würden. Aussagen, die unter Verletzung dieser Verbote zustande gekommen sind, dürfen auch dann nicht verwertet werden, wenn der Beschuldigte der Verwertung zustimmt (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__136a.html">§ 136a</a></span> StPO).
</p><p>Der Einsatz von <a href="L%C3%BCgendetektor" title="Lügendetektor">Lügendetektoren</a> ist in Deutschland als Beweis im Ermittlungs- und Gerichtsverfahren unzulässig und daher kommen diese nirgends zur Anwendung. Die <a href="Gespr%C3%A4chsf%C3%BChrung" class="mw-redirect" title="Gesprächsführung">Gesprächsführung</a> obliegt dem Beamten der Ermittlungsbehörde, es gibt insofern kein jederzeitiges <a href="Rederecht" title="Rederecht">Rederecht</a> bzw. eine übermäßige lange Dauer. Es bleibt dem Betroffenen jedoch in jedem Fall freigestellt, sich schriftlich zu äußern (auch nachträglich, bis zum Beginn der Hauptverhandlung).
</p><p>Ziel der Vernehmung seitens der Strafverfolgungsbehörde ist das <a href="Gest%C3%A4ndnis" title="Geständnis">Geständnis</a> oder zumindest Hinweise, die als Ermittlungsansätze dienen. Eine besondere Methode zur Erlangung von Geständnissen ist die <a href="Reid-Methode" title="Reid-Methode">Reid-Methode</a>. Diese Technik kombiniert kommunikative Manipulation mit Erkenntnissen der Psychotherapie. Durch unterschiedliche Perspektiven der Konfrontation mit dem Tatvorwurf (z. B. Verständnis suggerieren, Vorwürfe machen etc.) wird der Vernommene psychisch „weichgekocht“, wobei die verbale Bekräftigung von der Schuld des Täters im Mittelpunkt steht. Mithilfe dieses wechselhaften Beziehungsaufbaus zwischen Vernehmungsperson und Vernommenen (durch scheinbares „Mitgefühl“ einerseits und überzogene Vorwurfshaltung andererseits) soll ein Bestreiten der mutmaßlichen Tat vermieden werden. Vorformulierte „Tatalternativen“, die dem Vernommenen dauerhaft vorgelegt werden, sollen diesen in eine bestimmte Richtung drängen. Eine solche Gesprächsführung konterkariert Beschuldigtenrechte aufs höchste und hat einzig die bewusste Täuschung des Vernommenen zum Zwecke der Aussageerlangung zum Ziel.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie wird daher – zumindest offiziell – von der deutschen Polizei verurteilt und nach deren Aussage auch nicht angewendet.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Grundsätzlich muss der Beschuldigte bzw. Betroffene gemäß § 163a Abs. 1 StPO spätestens vor Abschluss der polizeilichen Ermittlungen zur Person und Sache vernommen worden sein oder zumindest der Tatvorwurf eröffnet worden sein (z. B. auf der Vorladung).
</p><p>Vernehmen darf von Seiten des Staates jeder befugte, zuständige und im Dienst befindliche <a href="Amtstr%C3%A4ger" title="Amtsträger">Amtsträger</a>, dessen Aufgabe die Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfolgung ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verwertung_von_Aussagen_nach_einem_Statuswechsel">Verwertung von Aussagen nach einem Statuswechsel</h3></div>
<p>Ist eine Person als Zeuge vernommen worden und erhält später im Verfahren den Status eines Beschuldigten oder Betroffenen, so wird in der Praxis die Person entsprechend a) neu belehrt und dieses Einverständnis bei Zustimmung in einem <a href="Aktenvermerk" title="Aktenvermerk">Aktenvermerk</a> festgehalten oder b) neu vernommen; Gleiches gilt im umgekehrten Sinne. Gerade an dieser Stelle existieren in der Praxis zahlreiche rechtliche Graubereiche, da der Übergang vom Zeugen zum Verdächtigen und schließlich zum Beschuldigten fließend sein kann. In dieses Problem kreist auch die Diskussion um die Zulässigkeit bzw. Verwertbarkeit der gewonnenen Informationen aus sog. „informatorischen Befragungen“ und „<a href="Spontan%C3%A4u%C3%9Ferung_(Recht)" title="Spontanäußerung (Recht)">Spontanäußerungen</a>“. Bei ersten solle es sich lediglich um Sondierungen (und nicht um gezielte Ermittlungen) handeln, so dass der Befragte nicht belehrt werden müsse. Bei der Spontanäußerung (d. h., wenn der Betroffene aus freien Stücken und anlasslos beginnt, eine Straftat zu gestehen) hingegen muss der Beamte schnellstmöglich darauf hinweisen, dass der sich Äußernde durch seine Einlassungen Gefahr läuft, sich dem Verdacht einer Straftat auszusetzen und sich selbst daher nicht weiter belasten müsse.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dokumentation">Dokumentation</h3></div>
<p>Vernehmungen können auf Grundlage eines <a href="Interview" title="Interview">interviewähnlichen</a> Gesprächs in einer Vernehmungsniederschrift <a href="Protokoll_(Niederschrift)" title="Protokoll (Niederschrift)">protokolliert</a> werden, und zwar sowohl als Fließtext als auch im Frage-Antwort-Verfahren. Sie sind auf jeden Fall zu protokollieren, wobei das häufig dafür herangezogene Wortprotokoll aufgrund der Begrenztheit menschlicher Wahrnehmungs- und Erinnerungskräfte als sehr fehleranfällig einzustufen ist. Vernehmungen können auch in indirekter Rede in Vermerkform niedergeschrieben werden.
</p><p>Es ist jedoch auch in manchen Polizeien und Jurisdiktionen bei geeigneten Fällen üblich, dass sich Beschuldigte bzw. Betroffene ohne des Beiseins eines Vernehmenden schriftlich äußern. In anderen Fällen kann die Vernehmung – nach Einverständnis – auf <a href="Tontr%C3%A4ger" title="Tonträger">Tonträger</a> aufgenommen oder durch den Vernehmenden protokolliert werden. Dies verflüssigt das Gespräch (weil nicht dauernd für die Protokollierung pausiert werden muss); zudem gibt es auch kriminalistische Aufschlüsse. Die Art der Vernehmung und die Art der Niederschrift obliegt dem vernehmenden Beamten im Rahmen der Gestaltungsfreiheit des Ermittlungsverfahrens.
</p><p>In Ausnahmefällen können Vernehmungen auch per <a href="Videokonferenz" title="Videokonferenz">Videokonferenz</a> durchgeführt werden (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__247a.html">§ 247a</a></span> StPO). In speziellen Fällen kann eine Vernehmung auch <a href="Videotechnik" title="Videotechnik">videografiert</a> werden. Vernehmungen werden der Ermittlungsakte beigegeben. Bei sehr belastenden Ereignissen eines Geschädigten (ergo Zeuge) kann auf eine erneute Vernehmung vor Gericht verzichtet werden, wenn erschöpfende Vernehmungsergebnisse vorliegen. Diese können dann per Beschluss in die Entscheidung mit einfließen, als wären die Vernehmungen vor Gericht getätigt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wahrheitsgehalt">Wahrheitsgehalt</h3></div>
<p>Ein <i>Beschuldigter</i>, der vor Gericht, der Staatsanwaltschaft oder vor der Polizei lügt, kann dafür nur dann bestraft werden, wenn er dadurch eine <a href="Beg%C3%BCnstigung" title="Begünstigung">Begünstigung</a> im Sinne von <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__257.html">§ 257</a></span> <a href="Strafgesetzbuch" title="Strafgesetzbuch">StGB</a>, das <a href="Vort%C3%A4uschen_einer_Straftat" title="Vortäuschen einer Straftat">Vortäuschen einer Straftat</a> im Sinne von <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__145d.html">§ 145d</a></span> StGB oder eine <a href="Falsche_Verd%C3%A4chtigung" title="Falsche Verdächtigung">Falsche Verdächtigung</a> im Sinne von <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__164.html">§ 164</a></span> StGB begeht. Äußerungen, die bloß die eigene Beteiligung an einer Straftat leugnen, sind für den Beschuldigten straflos, solange er nicht andere Personen beschuldigt. Das Recht, eine eigene Tatbeteiligung leugnen zu dürfen, ergibt sich aus dem Grundsatz der Selbstbelastungsfreiheit (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic"><a href="Nemo_tenetur_se_ipsum_accusare" class="mw-redirect" title="Nemo tenetur se ipsum accusare">nemo tenetur se ipsum accusare</a></span>). Führt die falsche Aussage zur Anordnung oder Fortdauer der Freiheitsentziehung einer anderen Person, so macht er sich der <a href="Freiheitsberaubung" title="Freiheitsberaubung">Freiheitsberaubung</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__239.html">§ 239</a></span> StGB) durch <a href="Mittelbare_T%C3%A4terschaft" class="mw-redirect" title="Mittelbare Täterschaft">mittelbare Täterschaft</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__25.html">§ 25</a></span> Abs. 1 zweite Alternative StGB) schuldig, wenn er die Freiheitsentziehung zumindest billigend in Kauf genommen hat (vgl. <a href="Vorsatz_(Recht)" title="Vorsatz (Recht)">Vorsatz</a>).
</p><p>Beim Beschuldigten, der wahrheitsgemäß aussagt, wirkt sich dies auf die Strafzumessung aus, insbesondere wenn er damit zur Aufklärung der Tat beiträgt, vgl. <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__46.html">§ 46</a></span> Abs. 2 StGB – Verhalten nach der Tat sowie <a href="Kronzeuge" title="Kronzeuge">Kronzeuge</a>.
</p><p>Sagt ein <i>Zeuge</i> bei einer <a href="Uneidliche_Vernehmung" title="Uneidliche Vernehmung">uneidlichen Vernehmung</a> vor Gericht falsch aus, so macht er sich einer <a href="Falsche_uneidliche_Aussage" title="Falsche uneidliche Aussage">falschen uneidlichen Aussage</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__153.html">§ 153</a></span> StGB) oder im Falle der Vereidigung des Verbrechens des <a href="Meineid" title="Meineid">Meineides</a> (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__154.html">§ 154</a></span> StGB) strafbar. Im Falle der Vereidigung ist auch die fahrlässige Falschaussage (<span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__163.html">§ 163</a></span> StGB) strafbar. Vor der Polizei kann sich der Zeuge zwar nicht nach den beiden vorgenannten Tatbeständern, aber wegen <a href="Strafvereitelung" title="Strafvereitelung">Strafvereitelung</a> i. S. v. <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__258.html">§ 258</a></span> StGB sowie nach den oben genannten, auch für den Beschuldigten geltenden Tatbeständen, strafbar machen. Bei einer Falschaussage vor Gericht stehen diese Tatbestände ggf. in <a href="Tateinheit" title="Tateinheit">Tateinheit</a>. Der Zeuge darf vor Gericht auch dann, wenn er durch eine wahrheitsgemäße Aussage sich selbst oder einen Angehörigen belasten müsste, nicht lügen, darf aber in diesem Fall die Aussage verweigern (vgl. <a href="Aussageverweigerungsrecht" title="Aussageverweigerungsrecht">Aussageverweigerungsrecht</a> und <a href="Zeugnisverweigerungsrecht" title="Zeugnisverweigerungsrecht">Zeugnisverweigerungsrecht</a>).
</p><p>Für die Wahrheitsfindung sind nicht nur bewusste Falschaussagen, sondern auch Irrtümer ein großes Problem: „Der Irrtum ist der größere Feind der Wahrheit, als die Lüge. Der Lügner will nicht die Wahrheit sagen, der Irrende kann es nicht, auch wenn er noch so sehr die Wahrheit sagen will. Den Lügner kann man mit Hilfe der Glaubwürdigkeitskriterien entlarven; den „halben“ Lügner mit geschickter Vernehmungstechnik zur Wahrheit motivieren. Beim Irrtum kann man nur mögliche Irrtumsquellen in Betracht ziehen und sie bei der Bewertung der Aussage berücksichtigen“.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Andere_Länder"><span id="Andere_L.C3.A4nder"></span>Andere Länder</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schweiz">Schweiz</h3></div>
<p>In der <a href="Schweiz" title="Schweiz">Schweiz</a> heißt die Vernehmung „Einvernahme“, wobei gemäß Art. 78 <a href="Strafprozessordnung_(Schweiz)" title="Strafprozessordnung (Schweiz)">CH-StPO</a> die Aussagen der Parteien, Zeugen, Auskunftspersonen und Sachverständigen laufend protokolliert und nach Abschluss der Einvernahme der einvernommenen Person das Protokoll vorgelesen oder ihr zum Lesen vorgelegt werden. Einvernahmen werden gemäß Art. 142 CH-StPO von der Staatsanwaltschaft, der Polizei, den Übertretungsstrafbehörden und den Gerichten durchgeführt. <a href="Bundesebene_(Schweiz)" class="mw-redirect" title="Bundesebene (Schweiz)">Bund</a> und <a href="Kanton_(Schweiz)" title="Kanton (Schweiz)">Kantone</a> bestimmen, in welchem Maße Mitarbeiter dieser Behörden Einvernahmen durchführen können. Art. 157 CH-StPO sieht vor, dass die Strafbehörden die beschuldigte Person auf allen Stufen des Strafverfahrens zu den ihr vorgeworfenen Straftaten einvernehmen können. Gemäß Art. 158 CH-StPO weisen Polizei oder Staatsanwaltschaft die beschuldigte Person zu Beginn der ersten Einvernahme in einer ihr verständlichen Sprache darauf hin, dass gegen sie ein Vorverfahren eingeleitet worden ist, welche Straftaten Gegenstand des Verfahrens bilden, und dass sie vom <a href="Aussageverweigerungsrecht" title="Aussageverweigerungsrecht">Aussageverweigerungsrecht</a> Gebrauch machen kann. Zeugnisfähig ist nach Art. 163 CH-StPO eine Person, die älter als 15 Jahre und hinsichtlich des Gegenstands der Einvernahme urteilsfähig ist. Die einvernehmende Behörde befragt die Zeugen zu Beginn der ersten Einvernahme gemäß Art. 177 CH-StPO über ihre Beziehungen zu den Parteien sowie zu weiteren Umständen, die für ihre Glaubwürdigkeit von Bedeutung sein können.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Österreich"><span id=".C3.96sterreich"></span>Österreich</h3></div>
<p>Die <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">österreichische</a> <a href="Strafproze%C3%9Fordnung_1975" title="Strafprozeßordnung 1975">Strafprozeßordnung 1975</a> (ÖStPO) regelt die Vernehmung ab § 164 ÖStPO. Danach hat der Beschuldigte das Recht, seiner Vernehmung einen Verteidiger beizuziehen. Nimmt er dieses Recht in Anspruch, so ist die Vernehmung bis zum Eintreffen des Verteidigers aufzuschieben, es sei denn, dass damit eine unangemessene Verlängerung der Anhaltung verbunden wäre. Der Verteidiger darf sich an der Vernehmung selbst auf keine Weise beteiligen, jedoch nach deren Abschluss oder nach thematisch zusammenhängenden Abschnitten Fragen an den Beschuldigten richten und Erklärungen abgeben. Über die Beantwortung einzelner Fragen darf sich jedoch der Beschuldigte nicht mit dem Verteidiger beraten. Von der Beiziehung eines Verteidigers darf nur abgesehen werden, soweit dies aufgrund besonderer Umstände unbedingt erforderlich erscheint, um durch eine sofortige Vernehmung oder andere unverzügliche Ermittlungen eine erhebliche Gefahr für die Ermittlungen oder eine Beeinträchtigung von Beweismitteln abzuwenden. In diesem Fall ist dem Beschuldigten sogleich oder innerhalb von 24 Stunden eine Anordnung der Staatsanwaltschaft oder eine schriftliche Begründung der Kriminalpolizei für diese Beschränkung zuzustellen und nach Möglichkeit eine Ton- oder Bildaufnahme anzufertigen. Während der Vernehmung dürfen weder <a href="Versprechen" title="Versprechen">Versprechungen</a> oder Vorspiegelungen noch <a href="Drohung" title="Drohung">Drohungen</a> oder <a href="Zwangsmittel" title="Zwangsmittel">Zwangsmittel</a> angewendet werden, um den Beschuldigten zu einem <a href="Gest%C3%A4ndnis" title="Geständnis">Geständnis</a> oder zu anderen Angaben zu bewegen. Die Freiheit seiner Willensentschließung sowie sein Erinnerungsvermögen und seine Einsichtsfähigkeit dürfen durch keinerlei Maßnahmen oder gar Eingriffe in seine körperliche Integrität beeinträchtigt werden. Dem Beschuldigten gestellte Fragen müssen deutlich und klar verständlich und dürfen nicht unbestimmt, mehrdeutig oder verfänglich sein. Fragen, mit denen ihm Umstände vorgehalten werden, die erst durch seine Antwort festgestellt werden sollen, dürfen nur dann gestellt werden, wenn dies zum Verständnis des Zusammenhanges erforderlich ist; solche Fragen und die darauf gegebenen Antworten sind wörtlich zu protokollieren. Fragen, die eine vom Beschuldigten nicht zugestandene Tatsache als bereits zugestanden behandeln, sind nicht zulässig.
</p><p>Sonderfall ist die seit 1993 zulässige <a href="Kontradiktion#Kontradiktorische_Vernehmung" title="Kontradiktion">kontradiktorische Vernehmung</a> des Beschuldigten oder eines Zeugen gemäß § 165 ÖStPO.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie kommt in Betracht, wenn zu besorgen ist, dass die Vernehmung in der Hauptverhandlung aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen nicht möglich sein werde (§ 165 Abs. 1 ÖStPO). Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Zeuge seinen Wohnsitz im weit entfernten Ausland hat und nicht ohne weiteres zur Hauptverhandlung anreisen kann oder an einer fortschreitenden schweren Krankheit leidet.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um dem Zeugen eine Begegnung mit dem Beschuldigten und anderen Verfahrensbeteiligten zu ersparen, etwa für Opfer von Sexualdelikten<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder um die Beeinflussung minderjähriger Zeugen zu verhindern, kann die richterliche Vernehmung auf Video aufgezeichnet und den übrigen Beteiligten in einen separaten Nebenraum übertragen werden. Eventuelle Fragen werden dabei über den Richter an den Zeugen übermittelt ohne persönlichen Kontakt zu der fragenden Person. Die kontradiktorische Vernehmung findet auf Antrag der Staatsanwaltschaft nach den für die Hauptverhandlung geltenden Bestimmungen statt. Es findet keine einseitige Vernehmung durch die Strafverfolgungsbehörde statt, sondern es können sich die Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte, das Opfer, eventuelle Privatbeteiligte und deren Vertreter beteiligen und Fragen sowie gegensätzliche (<i>kontradiktorische</i>) Anträge stellen. Das Vernehmungsprotokoll sowie Ton- oder Bildaufnahmen der Vernehmung können in der Hauptverhandlung verlesen bzw. vorgeführt werden. Insofern stellt die kontradiktorische Vernehmung eine Ausnahme von dem Grundsatz der <a href="Beweis_(Rechtswesen)#Unmittelbarkeit_im_Beweisverfahren" class="mw-redirect" title="Beweis (Rechtswesen)">Mündlichkeit und Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme</a> dar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vereinigte_Staaten">Vereinigte Staaten</h3></div>
<p>In den <a href="USA" class="mw-redirect" title="USA">USA</a> ist die Parteivernehmung (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">party witness testimony</span>) erzwingbar. Die Hauptvernehmung (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">direct examination</span>) erfolgt durch den Rechtsanwalt des Beweisführers, der zunächst die eigenen Zeugen vernimmt. Suggestivfragen (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">leading questions</span>) sind dabei verboten (Rule 611c Federal Rules of Evidence FRE), denn sie geben die Antworten vor. Das amerikanische Kreuzverhör (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">cross examination</span>) nach Rule 611b FRE besitzt einen stark <a href="Konfrontation" title="Konfrontation">konfrontativen</a> Charakter und dient dazu, die unzulässige Zeugenvorbereitung aufzudecken<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die <a href="Glaubw%C3%BCrdigkeit_(Recht)" title="Glaubwürdigkeit (Recht)">Glaubwürdigkeit</a> der gegnerischen Zeugen zu erschüttern. Anders als das deutsche Kreuzverhör ist das amerikanische Kreuzverhör ein Gegenverhör, ein Element des der Wahrheitsfindung dienenden <a href="Konfrontationsrecht" title="Konfrontationsrecht">Konfrontationsrechts</a>.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Einsatz von in den USA verbotenen erweiterten oder verschärften Verhörmethoden (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic"><i><a href="Erweiterte_Verh%C3%B6rtechniken" title="Erweiterte Verhörtechniken">enhanced interrogation techniques</a></i></span>) wie das <a href="Waterboarding" title="Waterboarding">Waterboarding</a> in den Gefangenenlagern von <a href="Abu-Ghuraib-Folterskandal" title="Abu-Ghuraib-Folterskandal">Abu-Ghuraib</a> oder <a href="Gefangenenlager_der_Guantanamo_Bay_Naval_Base" title="Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base">Guantanamo</a> ist Gegenstand vielfältiger öffentlicher Kritik.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Guter_Bulle%2C_b%C3%B6ser_Bulle" title="Guter Bulle, böser Bulle">Guter Bulle, böser Bulle</a> bei der polizeilichen Vernehmung</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Max Hermanutz, Sven Litzcke, Ottmar Kroll: <i>Strukturierte Vernehmung und Glaubhaftigkeit. Leitfaden.</i> <a href="Richard_Boorberg_Verlag" title="Richard Boorberg Verlag">Richard Boorberg Verlag</a>, Stuttgart/München, 4. Auflage 2018, ISBN 978-3-415-06255-9.</li>
<li>W. Burghard, H. W. Hamacher, H. Herold, H. Howorka, E. Kube, M. Schreiber, A. Stümper (Hrsg.): <i>Kriminalistik-Lexikon.</i> (= <i>Schriftenreihe der Kriminalistik, Grundlagen.</i> Band 20). Kriminalistik Verlag, Heidelberg 1996, ISBN 3-7832-0995-1.</li>
<li>Oliver Harry Gerson: <i>Das Recht auf Beschuldigung – Strafprozessuale Verfahrensbalance durch kommunikative Autonomie</i>. de Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-048980-4, S. 497–582.</li>
<li><a href="Lu%C3%ADs_Greco" title="Luís Greco">Luís Greco</a>, Christian Caracas: <i>Internal Investigations und Selbstbelastungsfreiheit.</i> In: <i>NStZ.</i> 2015, S. 7 ff.</li>
<li>Uwe Füllgrabe, F. Geerds: <i>Kriminalistik.</i> Schmidt-Römhild Verlag, Lübeck 1980.</li>
<li>R. Jaeger: <i>Vernehmung von Einbrechern.</i> In: <i>Kriminalistische Kompetenz.</i> Kapitel 6, DSB 5, Schmidt–Römhild Verlag, Lübeck 2000.</li>
<li>G. Krauthan: <i>Psychologisches Grundwissen für Polizeibeamte.</i> Psychologie Verlagsunion, 1990.</li>
<li>H. Meyer, K. Wolf: <i>Kriminalistisches Lehrbuch der Polizei.</i> Verlag Deutsche Polizeiliteratur, Hilden 1994.</li>
<li>G. Schäfer: <i>Praxis des Strafverfahrens.</i> Kohlhammer, Stuttgart 1992.</li>
<li>U. Scheler, R. Haselow: <i>Repetitorium Psychologie für die Polizei.</i> <a href="Verlag_Deutsche_Polizeiliteratur" title="Verlag Deutsche Polizeiliteratur">Verlag Deutsche Polizeiliteratur</a>, Hilden 1994.</li>
<li>G. Schicht: <i>Einbruchsdiebstahl.</i> In: W. Burghard, H.-W. Hamacher (Hrsg.): <i>Lehr- und Studienbriefe Kriminalistik.</i> Nr. 20, Verlag Deutsche Polizeiliteratur, Hilden 1996.</li>
<li>H. Stolz, W. Treschel: <i>Kriminalistik für die Polizeipraxis, Lehr- und Arbeitsmaterialien für Schutz- und Kriminalpolizei.</i> Verlag Hans-Rainer Strahlendorf, Berlin 1992.</li>
<li>Axel Wendler, Helmut Hoffmann: <i>Technik und Taktik der Befragung im Gerichtsverfahren.</i> Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-020446-1.</li>
<li>Ulrich Eisenberg: <i>Spezialkommentar. Beweisrecht der StPO.</i> 7. Auflage. C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 2011, ISBN 978-3-406-60972-5.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Vernehmung" class="extiw external" title="wikt:Vernehmung">Wiktionary: Vernehmung</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a href="https://archive.org/details/Vernehmungslehre/mode/2up" class="extiw external" title="iarchive:Vernehmungslehre/mode/2up">Die Grundsätze der „Vernehmungslehre“</a></li>
<li><a href="Peter_Kasiske" title="Peter Kasiske">Peter Kasiske</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/archiv/15-02/index.php?sz=7"><i>Polizeiliche Vernehmung ohne Pflichtverteidiger statt unverzüglicher Vorführung vor den Haftrichter.</i></a> Besprechung von <a rel="nofollow" class="external text" href="http://lexetius.com/2014,3805">BGH, Beschluss vom 20. Oktober 2014 – 5 StR 176/14</a>, <a href="HRRS" title="HRRS">HRRS</a> Februar 2015</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Carl_Creifelds" title="Carl Creifelds">Carl Creifelds</a>, <i><a href="Creifelds_(Rechtsw%C3%B6rterbuch)" class="mw-redirect" title="Creifelds (Rechtswörterbuch)">Rechtswörterbuch</a>, 21. Auflage. 2014, S. 1445; ISBN 978-3-406-63871-8</i></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Oliver Harry Gerson, <i>Das Recht auf Beschuldigung</i>, 2016, S. 497.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">BGH, Beschluss vom 13. Mai 1996, Az.: GSSt 1/96 = <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt+42%2C+139">BGHSt 42, 139</a>, 149</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Lu%C3%ADs_Greco" title="Luís Greco">Luís Greco</a>/Christian Caracas, NStZ 2015, S. 7 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=1aU5tUasKIMC&pg=PA68&dq=stpo+%C3%A4nderung+belehrung+136&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=stpo%20%C3%A4nderung%20belehrung%20136&f=false">Wolfgang Lübke, <i>Steuerfahndung</i>, 2008, S. 68</a></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt+20%2C+281">BGHSt 20, 281</a></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt+20%2C+298">BGHSt 20, 298</a></span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/91/5-190-91.php">BGH, Beschluss vom 27. Februar 1992, Az.: 5 StR 190/91</a></span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Oliver Harry Gerson, <i>Das Recht auf Beschuldigung</i>, 2016, S. 516</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=mJKrV_N9ajoC&pg=PA126&dq=Kriminalistik+Vernehmung&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiS1Ozm7fHcAhXRZFAKHQ8yDpEQ6AEIUzAH#v=onepage&q=Vernehmung&f=false">Antje Schumann, <i>Verhör, Vernehmung, Befragung</i>, 2016, S. 4</a></span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Rolf Bender/Armin Nack/Wolf-Dieter Treuer, <i>Tatsachenfeststellung vor Gericht</i>, 2007, Rn. 888 ff.</span>
</li>
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<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeit.de/2010/26/M-Folterstudie-Interview">Magdalena Hamm, <i>USA: "Ärzte haben für die Bush-Regierung Foltermethoden erforscht".</i></a>, in: <i><a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Die Zeit</a></i> vom 24. Juni 2010</span>
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</ol>
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